SPD Rielasingen-Worblingen

 

Ortsumfahrung bewegt die Gemüter

Veröffentlicht in Gemeindenachrichten

SÜDKURIER vom 23.05.2007 VON SUSANNE GERMANN-RÖHM
Rielasingen-Worblingen (sgr) Eine neue Variante der Ortsumfahrung mit flüssigerer Verkehrsführung und kürzerer Tunnellänge durch das Rosenegg fand eine Mehrheit des Gemeinderates bei neun Ja-, sechs Neinstimmen und zwei Enthaltungen besser als die ältere Variante. Allerdings wird der Gemeinderat in einer weiteren Sitzung darüber befinden, ob vor der endgültigen Entscheidung pro oder kontra "Ortsumfahrung" eine Bürgerversammlung gemacht wird.

Herbert Stumpp von der zuständigen Außenstelle des Regierungspräsidiums erläuterte die neue Variante in der Sitzung. Vor einem Jahr habe man gedacht, man habe die beste Variante gefunden, doch in der Detailplanung habe man besonders nördlich des Tunnels technische Nachteile entdeckt, die verbessert worden seien, berichtete Stumpp. Von der Schweizer Grenze bis zur Hofenackerstraße und zum Eintritt in den Tunnel sei die Variante gleich wie die vorherige. "Danach wird die Linienführung deutlich gestreckter. Die Haupttrasse hat dadurch deutlich bessere Sichtweiten", sagte Stumpp. Auch der Friedhofsbereich liege nun mit 230 Metern deutlich weiter weg von der Umfahrung als vorher (65 Meter). Die neue Variante habe nur den einen Nachteil, dass sie 75 Meter länger ist. Dies wirkt sich aufgrund der kürzeren Tunnellänge (413 statt 440 Meter) aber trotzdem positiv auf die Kosten aus, die um 300000 Euro niedriger lägen. Der Anschluss der Hofenackerstraße erfolge nicht durch einen Kreisverkehr, sondern durch eine Linksabbiegespur aus Richtung Singen. Die geplanten Wirtschaftswege seien 4,5 bis fünf Meter breit, sagte Stumpp auf Anfrage von Clemens Schlatter (Freie Wähler), der als ortsansässiger Landwirt generell nicht zustimmen konnte.

In der Diskussion sprach sich neben der SPD-Fraktion vor allem Barbara Kammerer (Freie Wähler) grundsätzlich gegen eine Ortsumfahrung aus. Bereits am 12. Juli 2000 hatte der Gemeinderat aber der damaligen Variante einstimmig zugestimmt, erinnerte Bürgermeister Ralf Baumert. Sie habe den damaligen Beschluss eher als Untersuchungsauftrag verstanden, sagte Kammerer. Anhand dieser konkreten Planung sehe man nun, dass wichtige Teile für Naherholung und Landwirtschaft zerschnitten und gravierend beeinträchtigt werden. Die SPD-Fraktion habe sich zwar früher für eine Ortsumfahrung ausgesprochen, aber wegen des extremen Landschaftsverbrauchs, der Zerstörung von Naherholungsgebieten sowie einer Schwächung des Einzelhandels und der Gastronomie im Ortskern ihre Meinung geändert, so der Fraktionsvorsitzende Karlheinz Möhrle.

Auf die Frage von Reinhard Pröll (CDU), ob beim Tunnelaustritt in Richtung Hofenackerstraße Schallschutzmaßnahmen geplant seien, sagte Stumpp, dies werde nicht erforderlich sein, da die Wohngebiete zu weit weg lägen. "Falls wir an die Grenzwerte kommen oder darüber liegen, werden wir Maßnahmen ergreifen", so Stumpp. Bei einer Bürgerversammlung würde er die Variante nochmals erläutern. "Dann muss aber auch über Folgekosten und Flurbereinigungsmaßnahmen informiert werden, und nicht nur über steigendes Verkehrsaufkommen", sagte Schlatter.

 

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