SPD Rielasingen-Worblingen

 

Nur noch Suchtkäufe

Veröffentlicht in Presseecho

WOCHENBLATT Mittwoch, den 16. Mai 2007

SPD diskutiert zu Ladenöffnungszeiten / Horne geehrt

Rielasingen-Worblingen (of). Eine öffentliche Diskussion führte der SPD Ortsverein mit 14 anwesenden Mitgliedern im Gasthaus Rössle in Arlen zum Thema Ladenschlusszeiten durch. Da es allerdings auf dem Podium nur Skeptiker gegenüber der Liberalisierung der Öffnungszeiten gab, war der Kurs schnell festgesetzt:

Metzgermeister Martin Hollweck aus Rielasingen unterstrich, dass sich das Einkaufsverhalten der Kunden radikal verändert habe, vor allem am Wochenende." Der Handwerksbetrieb könne da nur auf Qualität setzen und mit dem Partyservice einiges Auffangen. Früher hätten sieben Metzger ihr Auskommen in der Gemeinde gehabt, inzwischen seien es nur noch zwei. Juris Reksans, Betriebsratsvorsitzender von Karstadt in Konstanz, machte deutlich dass ein Leben mit sozialen Kontakten für Verkaufspersonal schwierig werde. Karstadt Sport in Konstanz habe inzwischen Donnerstags bis 22 Uhr offen, wenn der Mitarbeiter aus dem Hegau komme, sei es nach 23 Uhr, bis der daheim sei. Es werde Gewinner geben, das würden aber nur die Großen sein. Philipp Pütz, Mitglied im Landesschülerbeirats und Edeka-Vorzeige Azubi, berichtete aus eigener Erfahrung: je später der Abend, desto mehr kämen die Suchtkäufer die sonst in der Tankstelle ihre Rettung sahen. Alkohol und Zigaretten würden verlangt, der Umsatz steige durch längere Öffnungszeiten nicht. Insgesamt wurde das Beispiel Singen hochgehalten, wo man sich im Cityring für Kernöffnungszeiten einsetze um nach außen ein Bild der Geschlossenheit anbieten zu können. Allerdings hielten sich Discounter selten an lokale Abmachungen Es galt auch Abschied zu nehmen. Willi Horne kehrt der Gemeinde nach fast 40 Jahren wieder den Rücken und geht zurück nach Konstanz, mit einem lachenden und weinenden Auge, wie er selbst sagte. Horne kam 1968 als Hauptschullehrer nach Rielasingen und blieb sein Berufsleben lang an der Ten Brink Schule. Zur Politik kam er durch die dringend nötige Erweiterung der Schule, der Weg führte in den Gemeinderat. Auf der SPD-Liste, weil die der CDU vor den Wahlen schon voll war, wie Horne schmunzelnd sagte. 1969 trat er der SPD in der Ära Alfred Haas bei. Bis 1996 war er lokalpolitisch im Gemeinderat tätig, seit 1979 ist er zudem im Kreistag und muss sich auch dort noch mit maroden Schulen wie dem Berufsschulzentrum Radolfzell herumschlagen. Horne habe wichtige Aufbauarbeit geleistet, er war von 1974 bis 87 Vorsitzender des Ortsvereins. Der gegenwärtige Vorsitzende des Ortsvereins, René Frey, hob in seiner Würdigung die Städtepartnerschaft mit Nogent sur Seine, seinen Einsatz für die Schulsozialarbeit und für den ÖPNV, die Initiative für das örtliche Jugendreferat, das Goldene Buche der Gemeinde und nicht zuletzt sein unermüdlicher Kampf für die Ortsumfahrung hervor. Als zweites Mitglied des Ortsvereins wurde Willi Horne mit dem Ehrenbrief der SPD ausgezeichnet. Horne machte in einem bewegten Dankeswort deutlich, dass sie SPD in Rielasingen-Worblingen immer seine politische Heimat bleibe. Im Rahmen der anschließenden Wahlen ließ sich der Vorsitzende des Ortsvereins, René Frey, von den Anwesenden Mitgliederns bestätigen wie der übrige Vorstand. Als neuer Schriftführer wurde Werner Klamt gewählt.