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Heikler Tornado-Einsatz startet

Veröffentlicht in Bundespolitik


Bild: AOL 2007

Sechs Flugzeuge entsendet -Taliban drohen bereits

Jagel - Umstrittene Mission in Afghanistan: Die von der NATO angeforderten Bundeswehr-Tornados sind am Montag zu ihrem Einsatz in Richtung Hindukusch gestartet. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung verabschiedete die Soldaten am Vormittag auf dem Fliegerhorst Jagel in Schleswig-Holstein. Die mit speziellen Kameras ausgestatteten Flugzeuge werden zur Unterstützung der NATO-Mission in Afghanistan Aufklärungsflüge durchführen. Die rund 200 Soldaten und sechs Tornados haben zunächst ein Mandat bis zum 13. Oktober.

Taliban-Führer droht

Unterdessen drohte Taliban-Militärchef Mullah Dadullah via Satellitentelefon. "Wir haben Tausende in alle afghanischen Städte geschickt, um die westlichen Truppen und ihre afghanischen Marionetten anzugreifen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Taliban würden Afghanistan in einen "Friedhof für amerikanische Soldaten" verwandeln.

Zehn Maschinen gestartet, sechs sollen ankommen

Insgesamt starteten zehn Maschinen vom Fliegerhorst bei Schleswig, von denen aber nur sechs der NATO am 9. April am Einsatzort unterstellt werden sollen. Zunächst flogen alle zehn zum italienischen Stützpunkt Decimomannu auf Sardinien. Die nächste Etappe in die Vereinigten Arabischen Emiraten absolvieren nur noch acht Flugzeuge. Dort beenden zwei weitere Jets ihre Reise. Die restlichen sechs fliegen dann zum deutschen Stützpunkt Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans. Damit will die Luftwaffe sicher gehen, dass trotz möglicher Probleme auf der langen Strecke alle sechs angeforderten Maschinen in Afghanistan ankommen.

Getarnter Kampfeinsatz?

Auf die Frage, ob es sich nicht um einen getarnten Kampfeinsatz handele, sagte Jung, es gebe auch Situationen, in denen die Soldaten kämpfen müssten. Die Tornados werden zunächst bis zum 13. Oktober im Einsatz sein. Über eine mögliche Verlängerung des Mandats wollte Jung keine Angaben machen.

Bundesbürger eher dagegen

Die große Mehrheit der Bundesbürger lehnt den Einsatz ab. Deshalb gebe es Handlungsbedarf der Politik, sagte Jung. "Wir müssen noch ein Stück werben gegenüber der Bevölkerung, dass dieser Einsatz auch im Interesse der Sicherheit unserer Bürger ist", erklärte der CDU-Politiker.

 

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Nicht um jeden Preis in Afghanistan bleiben

Sollte die Gefährdungslage für unsere Soldaten weiter steigen, die Angriffe und die Toten zunehmen werden sich in Berlin die Verantwortlichen fragen lassen müssen ob die Formel auf mehr Gewalt mit mehr militärischer Gewalt zu antworten wirklich zielführend ist. Afghanistan kann nur dauerhaft befriedigt werden durch "ehrliche von der Bevölkerung anerkannte Mittler". Terrorismus und Rebellion kann man nicht auslöschen, in dem man diese einfach tötet. Die Ursachen müssen angegangen werden um Nachschub für den Terrorismus zu verhindern.

Autor: René Frey, Datum: 19.05.2007


Angriff auf Bundeswehrsoldaten in Kunduz

Die heutigen Angriffe auf die Bundeswehr in Kundus haben mich entsetzt, aber nicht verwundert. Kundus und der Norden Afghanistans waren nie sicher, wenngleich nicht Hauptkampfzone wie Gebiete im Süden und Osten Afghanistans. Dennoch wurde oft vergessen, dass bei der Offensive der Nordallianz auf Kunduz im September 2001 diese hier auf heftigen Widerstand gestoßen sind. In dieser Region wohnen zwar überwiegend den Besatzern wohlgesonnene Tadschiken, nahe Kunduz gibt es aber auch eine Bevölkerungsenklave von Paschtunen. Welche Sicherheit bieten ein paar Tausend internationale Soldaten inmitten einer Masse von Millionen Afghanen, über deren ethnische und religiöse Spannungen, Meinungsschwankungen und Komplotte keinerlei befriedigende Aufklärung vorliegt?

Autor: René Frey, Datum: 19.05.2007


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