SPD Rielasingen-Worblingen

 

"Das war überraschend deutlich"

Veröffentlicht in Gemeindenachrichten

Rielasingen-Worblingen"Das war überraschend deutlich"
VON GREGOR MOSER
Der SÜDKURIER befragte Gemeinderäte einen Tag nach dem Erfolg von Ralf Baumert über ihre Meinung zum Ausgang der Bürgermeisterwahl. Baumert hatte sich am Sonntag mit 2941 zu 1939 Stimmen gegen den Amtsinhaber Ottmar Kledt durchgesetzt, dessen Nachfolge er am 10. April antritt.
Rielasingen-Worblingen - Auf einen sehr aktiven und kostenintensiv geführten Wahlkampf des neuen Bürgermeisters verweist Hermann Grimm (CDU) bei seiner Einschätzung des Wahlergebnisses vom Sonntag. Die im SÜDKURIER erschienenen Leserbriefe zu den Unstimmigkeiten zwischen Kledt und Teilen des Gemeinderats seien für Außenstehende "unangenehm" zu lesen gewesen und hätten sicherlich Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt. Baumert sollte jetzt von vorne beginnen und künftige Entscheidungen sollten auch von ihm selbst eingefädelt werden. Grimm erhofft sich so beispielsweise, dass in eine neu geführten Hallendiskussion jetzt mehr Ruhe hinein käme.

"Das war überraschend deutlich", urteilt Jürgen Stockmann (CDU) über den Ausgang der Wahl. Das Resultat erklärt er sich damit, dass Ottmar Kledt nicht mehr den nötigen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. "Das lag an der Person, die nicht mehr das Vertrauen genossen hat." Viele seien über Kledts Verhalten enttäuscht gewesen. Das Ergebnis sei daher nicht nur auf die Unstimmigkeiten zwischen Teilen des Gemeinderates und Bürgermeister Kledt zurückzuführen: "Die meisten Bürger wussten gar nichts von dem Zwist im Gemeinderat", sagt er.

Freie Wähler-Gemeinderätin Barbara Kammerer will sich zum Wahlergebnis vom Sonntag nicht äußern. Ihr Fraktionskollege Josef Brütsch spricht hingegen von "einer riesen Überraschung". Baumert habe einen "sehr guten Wahlkampf" gemacht. Andreas Lang (FW) sagt: "Es wird sich zeigen, wie sich mit ihm arbeiten lässt und wie er umsetzen wird, was er im Wahlkampf versprochen hat." Er persönlich gebe dem neuen Bürgermeister den Vertrauensvorschuss, den er in seinem neuen Amt brauche. Auch Lang glaubt allerdings: "Er wird einige Gräben zuschaufeln dürfen." Die Leserbriefe im Vorfeld des Wahlsonntags haben nach seiner Meinung keinen Einfluss auf das Wählerverhalten gehabt. "Die werden nur von denen gelesen, die es interessiert", sagt er. Schade findet er, dass die Wahlbeteiligung nicht bei 90 Prozent gelegen hat. "Das zeigt ein allgemeines Desinteresse." Er sei "froh, dass frischer Wind kommt", sagt Karl-Heinz Möhrle (SPD) über den Wahlausgang. Der neue Bürgermeister werde wohlwollend und kritisch begleitet. Er hoffe auch, dass Baumert parteiinterne Gräben innerhalb der Gemeinderatsfraktionen zuschütten und ausgleichend wirken werde. Bürgermeister Kledt müsse nach seinem 16-jährigen Wirken in der Gemeinde ein "anständiger Abschied" gegeben werden.