SPD Rielasingen-Worblingen

 

Das Netzwerk fehlte

Veröffentlicht in Wahlen

Wochenblatt 07.03.2007 Das Netzwerk fehlte
Rielasingen-Worblingen wählte Ottmar Kledt ab

Rielasingen-Worblingen (of). Schon kurz nach der Schließung der Wahllokale war mit der Bekanntgabe der ersten Wahlbezirke in Rielasingen-Worblingen klar, dass der Gemeinde ein Wechsel bevorstand. Schon nach der Auszählung von drei Wahlbezirken führte Herausforderer Ralf Baumert mit 60 Prozent, Amtsinhaber Ottmar Kledt blieb bei knapp unter 40 Prozent, auch nachdem alle neun Wahlbezirke mit der Briefwahl ausgezählt waren. 60,23 Prozent der Wähler stimmten für Ralf Baumert als neuen Bürgermeister der Doppelgemeinde, 39,71 Prozent für Ottmar Kledt. Die Wahlbeteiligung betrug 52,84 Prozent was angesichts der Wichtigkeit der Wahl nicht gerade berauschend klingt, aber besser als die Wahlbeteiligung von unter 30 Prozent vor acht Jahren ist. Der Sieger Ralf Baumert, der zur offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses in der Hardberghalle noch abseits des Bürgermeistertischs gesetzt wurde, wo seine künftigen Kollegen mit steinernen Minen den Abend zu begreifen suchten, sagte, dass es in den letzten zwei Wochen vor der Wahl das Gefühl bekam diese Wahl tatsächlich gewinnen zu können. "Das Stimmungsbild war für mich, dass es machbar war, das Ergebnis ist allerdings viel höher für mich als ich es erwartet habe.

Baumert habe einen guten und aufwändigen Wahlkampf gemacht, das bestätigen ihm viele, auch Gegner. An die 1.000 Hausbesuche hat er nach eigenen Angaben gemacht und dabei viele Bürger der Gemeinde auch kennen gelernt. Die SPD hatte ihn als Kandidat gesucht: Doch auch der SPD-Ortsvereinsvorsitzende René Frey zeigte sich überrascht von der Höhe des Siegs: die Bürger hätten einen Wechsel gewollt. SPD-Bundestagsabgeordneter Peter Friedrich sieht in Baumert einen "aufrechten Sozialdemokraten" der mit seinen Sachthemen die Wahl für sich entschieden habe. Der SPD-Ortsverein und die SPD-Gemeinderäte sehen sich in der Doppelgemeinde jedenfalls im Aufwind. Und Ottmar Kledt: er gestand seine Niederlage am Wahlabend unumwunden zu. Die Rathausmitarbeiter kondolierten ihm mit Tränen und Mitgefühl, die Blumen des Abends gingen an Frau Kledt, nicht an die neue First Lady der Gemeinde! "Es war eine Kündigung für mich durch die Bürger" sagte Ottmar Kledt am Dienstag ganz klar. Und das Baumert wirklich einen effektvollen und guten Wahlkampf gemacht habe. Ihm selbst habe ein Netzwerk gefehlt, so dass vieles nicht herübergekommen sei. Und er habe dem Wähler offensichtlich nicht klar machen können, was er für die Gemeinde in 16 Jahren geleistet habe, was sich in der Gemeinde entwickelt habe. Es wäre auch gut gewesen wenn eine CDU Fraktion deutlich gemacht hätte, dass sie hinter einem CDU Bürgermeister stehe. Doch das dies nicht so sei, habe sich schon im Vorfeld abgezeichnet, sagt Kledt. Dass Kledt nicht alleine Bürgermeister werden kann, hatte am Wahlabend offensichtlich so manchen CDU-Gemeinderat sichtlich überrascht. Da muss einiges im inneren Verhältnis aufgearbeitet werden. Die Amtszeit von Ottmar Kledt endet offiziell am 10. April. Er wird noch bis zum 23. März im Rathaus sein und dann Urlaub nehmen. Dann wird Ralf Baumert mit der Umsetzung seiner Ideen mit den Bürgern und dem Gemeinderat beginnen können, wie er es versprochen hat.

 

FÜR UNS IM LANDTAG